Placebo
Event
- 09.11.202619:00UhrPLACEBOMünchenOlympiahalle | Olympiapark München
Info
Placebo stehen seit Mitte der 90er für dunklen, emotional aufgeladenen Alternative Rock aus London – mit Glam‑Attitüde, androgynem Look und einem Sound zwischen Gitarrenwand und elektronischen Texturen. Die Band um Brian Molko und Stefan Olsdal hat sich ihren Platz zwischen Mainstream‑Headliner und Kultband erspielt: „zu alternativ, um ganz Mainstream zu sein, zu groß, um nur Geheimtipp zu bleiben“. Besonders in Europa, Russland und Lateinamerika fühlen Fans ihren unverwechselbaren Mix aus Intensität, Melodie und schonungslosem Blick auf die eigene Gefühlswelt.
Gegründet wurde Placebo 1994 in London von Sänger/Gitarrist Brian Molko und Bassist/Gitarrist Stefan Olsdal, die sich aus der Schulzeit kannten und sich in London wiedertrafen. Nach den ersten Schritten unter dem Namen Ashtray Heart setzten sie auf „Placebo“ – vom lateinischen „Ich werde gefallen“. Mit dem selbstbetitelten Debütalbum Placebo (1996) brachen sie radikal mit der damals dominierenden Britpop‑„Lad“-Kultur: Molkos nasale, androgyne Stimme, das queere, gender‑bending Image und Songs wie „Nancy Boy“, „Teenage Angst“ oder „Bruise Pristine“ brachten sie in die UK‑Charts und auf alternative Radiosender.
Der Durchbruch über Großbritannien hinaus gelang mit Without You I’m Nothing (1998), das in UK und Frankreich Platinstatus erreichte. Der Titelsong wurde als Duett mit David Bowie neu aufgenommen – ein künstlerischer Schulterschluss, der Placebos Nähe zu Art‑Rock‑Ikonen unterstrich und sie auf gemeinsame Tourneen führte. Mit Alben wie Black Market Music (2000) und Sleeping With Ghosts (2003) verschob die Band ihren Sound in dunklere, elektronischere und teils hip‑hop‑geprägte Bereiche. Die Best‑of‑Sammlung Once More with Feeling: Singles 1996–2004 markierte diesen ersten Karriere‑Block und zeigte, wie viele ihrer Songs längst zu Klassikern des europäischen Alternative Rock geworden waren.
In den folgenden Jahren experimentierten Placebo weiter: Meds (2006), Battle for the Sun (2009), Loud Like Love (2013) und Never Let Me Go (2022) integrierten mehr Synths, Industrial‑Elemente und weit gespannte Pop‑Strukturen – ohne den düsteren Kern aufzugeben. Musikalisch knüpfen sie an Sonic Youth, Pixies, Nirvana, The Smashing Pumpkins, The Smiths, Echo & The Bunnymen und elektronische Größen wie Depeche Mode an. Hits wie „Every You Every Me“, „Pure Morning“, „The Bitter End“, „Special K“, „Song to Say Goodbye“ oder ihre atmosphärische Version von „Running Up That Hill“ stehen für ihren unverwechselbaren Stil und ihre Fähigkeit, große Gefühle direkt spürbar zu machen.
Auf der Bühne werden ihre Songs zu intensiven Momenten, in denen sich Fragen nach Identität, Queerness, Mental Health und dem Leben im digitalen Zeitalter bündeln. So prägen Placebo seit Jahrzehnten nicht nur Festivals und Konzerte, sondern auch die kulturelle Diskussion rund um alternative, queere Rock‑Ästhetik – ein Live‑Erlebnis, das man in unserer Stadt dahoam fühlen kann.